052 630 07 07 info@arzt-winterthur.ch

Informationen zum Thema Immunsystem

Aufgaben des Immunsystems

Infektionsabwehr („die klassische Funktion“) Zerstörung von Tumorzellen Beteiligung an der Gewebsregeneration   Die Immunabwehr ist eine Aufgabe, die den Gesamtorganismus betrifft. Primäre lymphatische Organe sind Thymus und Knochenmark. Hier entwickeln sich die Immunzellen und werden nach deren Ausreifung in die Blutbahn, in die Lymphe und die Gewebe der übrigen Organe ausgesandt. Sekundäre lymphatische Organe sind u.a. die regionalen Lymphknoten, die Milz und die Rachenmandeln. In diesen Geweben bzw. Organen siedeln sich die Immunzellen an. Immunorgane sind aber auch der Darm, die Haut, die Leber und die Lunge. Die unspezifische Immunreaktion als erste Abwehrfront gliedert sich in eine zelluläre (Makrophagen, Granulozyten) und eine humorale (Komplementsystem, andere Serumproteine) Komponente.   Die spezifische Immunreaktion ist ein maßgeschneiderter Schutz für jeden Krankheitserreger durch B- und T-Lymphozyten nach Aktivierung der Makrophagen (Antigen-Antikörper-Reaktion nach dem „Schlüssel-Schloss-Prinzip“). Mit Hilfe von Gedächtniszellen erkennt das Immunsystem frühere Krankheitserreger wieder, d.h. das immunologische Gedächtnis ermöglicht eine schnellere Reaktion. Immunbotenstoffe (Zytokine) und Oberflächenstrukturen (Adhäsionsmoleküle) regulieren die Verteilung und die Aktivität von Immunzellen im Organismus. Das Zusammenspiel von Endothelzellen (innerste Zellschicht von Gefäßen) und Leukozyten (weiße Blutkörperchen) hat entscheidende Bedeutung für die Regulation von Immunreaktionen wie z.B. Entzündungen. Ein gesundes Immunsystem ist Voraussetzung für körperliche Fitness – auch im Alter.

Immunsystem und Sport

Die aufgrund der zunehmenden Technisierung verminderte körperliche Belastung und der zunehmende Bewegungsmangel im Alltag führen mit zunehmendem Alter häufig zu einer eingeschränkten aeroben Leistungsfähigkeit, d.h. die betroffenen Personen sind nicht in der Lage, längere Strecken langsam zu laufen oder auch nur schnell zu gehen. Hieraus resultieren eine erhöhte Rate an arteriosklerotischen Herz – Kreislauferkrankungen, Übergewicht, degenerative Veränderungen im Bereich des Bewegungsapparates und der Wirbelsäule (mangelnde Kraft und Koordination). Inaktivität fördert aber auch vorzeitige Alterungsprozesse des zentralen Nervensystems, des endokrinen und immunologischen Systems (vermindertes „ Trainings“ antioxidativer Mechanismen. Dies korreliert mit der Tatsache, dass sportlich aktive Personen eine geringere Rate an Tumorerkrankungen und Infekten aufweisen, sofern die sportliche Belastung regelmäßig über einen längeren Zeitraum durchgeführt wird. Anzumerken ist jedoch, dass auch das „Zuviel“ an körperlicher Aktivität z.B. bei der kleinen Gruppe von Leistungssportlern, die ihre jeweilige Höchstleistung häufige nur an der Grenze zum Übertraining erbringen können, für das Immunsystem ein Problem darstellt. Dies zeigt sich z. B. in einer erhöhten Häufigkeit von Infektion der oberen Luftwege. Diese Schwächung der Immunfunktion beeinträchtigt sowohl die Gesundheit, als auch die Regenerations- und Leistungsfähigkeit des einzelnen.

Training und Immunsystem

Trainingsanpassungen werden durch Belastung, Ermüdung und Regeneration entscheident beeinflusst und gesteuert. Belastung dieser beanspruchten Strukturen stärkt diese, so dass sie erneuter Beanspruchung besser gewachsen sind (Superkompensation). Dieses einfache Trainingsprinzip führt in der Regel zur Leistungssteigerung. Ermüdung und Regeneration können schnell eintreten, wie z. B. bei kurzen Maximalkraftbelastungen, oder bei intensiven Wettkampf auch Tage in Anspruch nehmen. Einer der häufigsten Trainingsfehler ist mangelhafte Regeneration bei dicht aufeinander folgenden intensiven Trainingseinheiten. In der Folge kommt es neben einer reduzierten oder ausbleibenden Leistungsverbesserung häufig zu Überlastungsschäden (Degenerationen) am Bewegungsapparat oder Übertrainingssyndromen mit einer Schwächung des Immunsystems.

Grundprinzipien von Training und Anpassung

Körperliche Aktivität hat ihre natürlichen Grenzen in der Anatomie und Physiologie des Bewegungsapparates, da hierbei aktive und passive Strukturen desselben auf mechanische und metabolische Weise belastet werden. Während der Bewegungen werden Energiespeicher zunehmend entleert (Metabolismus), während gleichzeitig die passiven und aktiven Elemente des Bewegungsapparates einer gleichzeitigen Zug-, Druck und Scheerbelastung ausgesetzt werden. Dies führt zu einer Ermüdung, die sich in einer Erschöpfung der Energiespeicher, in Überlastungsreaktionen des Bewegungsapparates oder auf zentralenervöser Ebene äußern kann. Das Grundprinzip der Leistungssteigerung durch Training beruht darauf, dass es durch wiederholte und regelmäßige Belastung, Ermüdung und Regeneration zu einer Superkompensation kommt. Das heißt, daß die durch Belastung beanspruchten Strukturen so verstärkt werden, daß sie erneuter Belastung besser gewachsen sind. Intensität und Dauer der Belastung bestimmen den Zeitraum, welcher für die Ermüdung und Regeneration erforderlich sind, d. h. kurze Belastungen erfordern ein kurzen Zeitraum, lange Belastungen einen langen Zeitraum. Eine der häufigsten Trainingsfehler ist mangelhafte Regeneration bei dicht aufeinander folgenden intensiven Trainingseinheiten. Folgen sind neben reduzierter oder fehlender Leistungsverbesserung gehäuft auftretende Überlastungsschäden am Bewegungsapparat oder Übertrainingssyndrome, welche das Immunsystem schwächen (z.B. Häufung von akuten Atemwegsinfekten u. a. ). Ein protektiver Effekt ist neben der Erstellung und Durchführung eines sinnvollen Trainingsplans durch die hochdosierte Gabe von Vitamin C und anderen Antioxidantien gegeben.

Ursache und Wirkung

Mit zunehmender Intensität des Trainings erhöht sich das Risiko, an einem Infekt der oberen Luftwege zu erkranken. Dies ist insbesondere bei Leistungssportlern typisch. Grundsätzlich wird ein höherer Trainingsumfang besser vertragen als eine Erhöhung der Intensität (intensive Trainingseinheiten , Wettkämpfe). Sehr lang anhaltende und anerobe Belastungen, welche zu einer Steigerung des Laktatspiegels führen, aber auch psychischer Streß und Mangelversorgung mit essentiellen Substanzen wirken sich hier negativ aus. Als mögliche Ursache für die reduzierte Immunfunktion wurden reduzierte Leukozytenzahlen (Leistungssportler) beschrieben. Zusätzlich fanden sich funktionelle Veränderungen der Leukozyten, z. B. in Form einer verminderten Produktion von Sauerstoffradikalen. Eine Trainingssteuerung mittels immunologischer Parameter ist derzeit jedoch nicht möglich. Bei moderat ausdauertrainierenden Freizeitsportlern zeigte sich hingegen eine Verringerung von Infekten der Atemwege. Hier haben sich insbesondere mäßige Trainingsumfänge, etwa ein Laufpensum von etwa 25 Kilometern pro Woche bewährt. Nur wenige Untersuchungen haben signifikante Veränderungen von Laborparametern bei Freizeitsportlern zeigen können (z.B. der Anstieg von Immunglobulinen und Proteinasehemmern, wie dem Alpha-1-Antitrypsin).   Eine Voraussetzung für optimale Trainingseffekte ist die ausgewogene Ernährung, wodurch im allgemeinen auch die Versorgung mit essentiellen Substanzen sichergestellt werden kann. Sie sollte kohlenhydratbetont sein, die Flüssigkeits- und Kalorienzufuhr müssen ausreichen. Beim Leistungssportler und beim Freizeitsportler besteht ein erhöhter Bedarf an Mikronährstoffen, verursacht durch erhöhte Verluste mit dem Schweiß, dem Stuhl und dem Urin. Es empfiehlt sich, besonders bei nicht ganz optimaler Ernährung, die Substitution von Mineralien, Spurenelementen und Vitaminen. Nach anstrengenden Belastungen, besonders unter Hitzebedingungen, ist die Zufuhr von Kalium, Magnesium und ausreichend Flüssigkeit notwendig. Bei der hochdosierten Substitution antioxidativer Wirkstoffe (Selen, Vitamin C und E) werden neben der Entlastung des Immunsystems zusätzliche Effekte im Rahmen einer Prophylaxe degenerativer Prozesse z.B. bei Arthrosen der Gelenke diskutiert. Das Spurenelement Zink spielt bei nahezu allen Immunreaktionen eine Rolle. Zink stimuliert Lymphozyten, aktiviert Phagozyten (Fresszellen), erhöht die Zytokinfreisetzung und aktiviert das Komplementsystem. Zinkmangel lähmt die Immunabwehr. Durch bestimmte Laborparameter kann der Immunstatus kontrolliert werden. Regelmäßiges und angepasstes Training verzögert altersbedingte Abbauprozesse im Immunsystem, dem Herz- und Gefäßsystem sowie dem Bewegungsapparat. Hierzu eignet sich vor allem Ausdauersport, der unter der anaeroben Schwelle durchgeführt wird. Nach Ausschluß von Vorschäden (koronare Herzerkrankung durch EKG, orthopädischen Erkrankungen durch sportmedizinische Untersuchung) sollte idealerweise ein langjähriges Ausdauertraining (Walking, Radfahren, Schwimmen) ohne Überlastung durchgeführt werden. Dieses Training kann mit Spielsportarten kombiniert werden, um die „Sportcompliance“ (da abwechslungsreicher) und das Wohlbefinden zu verbessern.