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Eigenbluttherapie in der Orthopadie

Eigenbluttherapie mit thrombozytenangereichertem Plasma (Platelet rich Plasma = PRP) in der Orthopädie.

Bei der Entstehung orthopädischer Erkrankungen spielen Zytokine eine wichtige Rolle. Zytokine (auch: Cytokine) sind Glykoproteine (Zuckereiweissstoffe), die das Wachstum, die Proliferation und die Differenzierung von Zellen regulieren. Einige Zytokine sind Wachstumsfaktoren, andere wirken als Botenstoffe für immunologische Reaktionen. Bei vielen orthopädischen Erkrankungen ist das Gleichgewicht zwischen den spezifischen Zytokinen (Interleukin-1= IL-1 Typ 1 und 2) und dem Interleukin-1-Rezeptorantagonisten (IL-1Ra) gestört. Es wird angenommen, dass die lokale IL-1Ra-Konzentration bei degenerativen Erkrankungen zu niedrig ist, um die Zerstörung von Knorpel, Muskel, Spinalgewebe und anderen (Gelenk-)Strukturen zu hemmen. Für eine effektive Blockade aller verfügbaren IL-1-Rezeptoren oder Hemmung aller durch IL-1 getriggerten Wirkungen muss 10- bis 1.000fach mehr IL-1Ra als IL-1 vorhanden sein. Gewonnen werden die IL-1Ra und die Wachstumsfaktoren aus thrombozytenangereichertem Plasma (Platelet Rich Plasma = PRP). PRP ist ein natürliches Thrombozytenkonzentrat, welches aus dem Plasmaanteil von Eigenblut durch mechanische Abscheidung im Regelfall durch Zentrifugation gewonnen wird. Hierbei liegt die Thrombozytenkonzentration deutlich über dem Basiswert.

PRP kann

  • die körpereigenen und gewebespezifischen Selbstheilungskräfte aktivieren bzw. entfalten
  • die in Ihrem Körper bereits vorhandenen Selbstheilungskräfte in ihrem Ablauf beschleunigen und deren Wirkung verstärken
  • diese Selbstheilungsreaktion ausschließlich mit Ihrem körpereigenem Material auslösen
  • und somit Heilungsvorgänge in Ihrem körpereigenen Gewebe positiv beeinflussen

Ablauf der Eigenblutherapie

Eine kleine Menge Blut (1o ml) wird wie für eine Blutuntersuchung aus der Armvene entnommen. Durch ein spezielles Trennverfahren (Zentrifuge) wird der Teil des Blutes (Plasma) gewonnen, der körpereigene regenerative (heilende) und arthrosehemmende Bestandteile enthält. Die so gewonnene körpereigene Lösung wird dann unter sterilen Bedingungen in das betroffene Gelenk injiziert und bietet so höchstmögliche Sicherheit. Die Wirkung: Sobald die Thrombozyten außerhalb der Blutbahn aktiviert werden, setzen sie Wachstumsfaktoren frei. Das so gewonnene Plasma wird an den betroffenen Stellen eingespritzt und die natürlichen Heilungsprozesse werden ausgelöst und beschleunigt.

Thrombozytenvermehrung im Plasma

Wissenschaftliche Studien zeigten, dass sich durch das PRP-Verfahren die Konzentration insbesondere der folgenden 7 Wachstumsfaktoren erhöht:

  • PDGF-ab (Platelet Derived Growth Factor): mehr als 25-x höher
  • EGF (Epidermal Growth Factor), VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor) und PDGF-bb: 5 – 11 x höher
  • IGF-1(Insulin-like Growth Factor), TGF-b1 und –b2 (Transforming Growth Factor): bis maximal 5x.

Anwendung

Mittels konzentrierter Wachstumsfaktoren im Blut können Heilungs- und Aufbauprozesse u.a. im geschädigtem Knochen, Gelenkknorpel, Sehnen und/oder Bändern angeregt werden. Erste klinische Ergebnisse zeigen deutliche  Verbesserungen hinsichtlich der Beweglichkeit bei vorbestehender Bewegungseinschränkung bei gleichzeitiger Schmerzreduktion.

Indikationen

  • Arthrotische bzw. verschleissbedingte Gelenkveränderungen
  • Knorpelschäden u.a. der Osteochondrosis dissecans
  • Knochenbrüche
  • Muskelverletzungen
  • Sehnenentzündungen, wie z.B. der Tennisarm, der Golferellbogen, das Patellaspitzensyndrom oder Achillessehnenschmerzen.

Sowohl in der Kinderorthopädie als auch der Kinderzahnmedizin wird PRP zur beschleunigten Knochenheilung nach Entfernung von Knochenzysten mit anschließender knöcherner Defektauffüllung eingesetzt Zahlreiche Studien zeigen, dass PRP bei der Behandlung von Knorpel- und Knochenläsionen eine effektive, komplikationsarme und überall verfügbare Therapie darstellt, die zudem kostengünstig durchgeführt werden kann.