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TENS – Die transkutane elektrische Nervenstimulation

Die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) ist eine Reizstromtherapie, bei der mittels aufklebbaren Hautelektoden elektrische Impulse zur Therapie verschiedener Körperregionen übertragen werden.  Bereits im antiken Ägypten wurde Strom zur Schmerzlinderung verwendet. Dabei wurden auf die betroffenen Körperteile Fische gelegt, die kleine Stromstösse abgaben. Die „moderne“ TENS-Wirkung basiert auf  der gate-control-theory bzw. Kontrollschrankentheorie der Professoren Ronald Melzack und Patrick Wall: jeder Schmerzreiz wird auf dem Weg zum Gehirn im  Rückenmark auf eine zweite Nervenzelle umgeschaltet.

Diese Schmerzweiterleitung kann sowohl von aus dem Gehirn absteigenden Nervenbahnen als auch durch Reize aus der Peripherie blockiert werden. Durch Anregung der absteigenden hemmenden Nervenbahnen wird zudem die Endorphinfreisetzung gesteigert. Hierbei ergibt sich eine positive Übereinstimmung in der Wirkung nach vorausgegangener interventioneller Schmerztherapie, so dass TENS insbesondere nach vorausgegangener interventioneller Schmerztherapie sehr effektiv und nachhaltig bei vielen Schmerzarten wirksam ist.
Bei sachgerechter Anwendung wurden abgesehen von Hautirritationen durch die Elektroden
keine Nebenwirkungen beobachtet.
Die Gerätekosten werden auf Rezept gemäss MIGEL-Liste von der KVG übernommen.

Kontraindikationen, d.h. keine Anwendung von TENS

• bei Patienten mit Herzschrittmacher, implantiertem Defibrillator (ICD) sowie
   anderen eingepflanzten elektrischen Geräten (mögliche Funktionsbeeinträchtigung)
• bei Thrombosen (mögliche Ablösung von Blutgerinnseln)
• über der vorderen Halsregion, dem Sinusnerv, dem Herzen oder Brustkorb (mögliche
   Beeinflussung von Herzfunktion und -rhythmus)
• in der Bauchregion von Schwangeren
• auf Wunden, Geschwüren oder entzündeten Hautstellen
• bei Fieber und/oder Infektionen